Olhao: CEAM der Ria Formosa

Zentrum für Maritime Umwelterziehung des Naturparks der Ria Formosa

Von Cacela Velha östlich von Tavira bis zum kleinen Ort Ludo nahe des Flughafens von Faro erstreckt sich das Naturschutzgebiet Ria Formosa. Seine vorgelagerten Sanddünen bilden langgestreckte Inseln mit typischer Vegetation, unterbrochen von Durchfahrten zum offenen Meer. Entstanden ist diese Lagunenlandschaft durch das letzte große Seebeben im Jahre 1755. Wind, Wellengang und Gezeitenstrom verändern bis heute beständig Breite, Tiefe und Lage der Barren und Inseln, bei starker Brandung oft innerhalb weniger Tage. Von dieser regelmäßigen Umformung zeugen die zahlreichen archäologischen Stätten entlang der heutigen Küstenlinie, etwa die Überreste von Thunfischverarbeitungsanlagen und Besiedlung aus römischer und vorrömischer Zeit.

Seit Mitte der 80er Jahre ist die Ria Formosa Naturschutzgebiet, in dem sich nach Meinung von Meeresbiologen bis zu 80 Prozent der Fische des Nordatlantik reproduzieren. Schutzbereiche schonen die Vegetation und die Brutstätten von Seevögeln. (Wappentier der Naturschutzbehörde ist das seltene und scheue Purpurhuhn Porphyrius porphyrius, das in unmittelbarer Nähe des Flughafens nisten soll.) Eine wirtschaftliche Nutzung ist nur in eigens ausgewiesenen Flächen, zum Beispiel für Muschelgärten, erlaubt. Neben Kleinfischerei, Muschel- und Fischzucht wird in der Ria vor Tavira, bei Fuzeta und zwischen Olhão und Faro traditionell Meersalzgewinnung betrieben.

Beeindruckend ist der Wechsel des Landschaftbildes, von der alles geschlossenen Wasserfläche bei Springhochwasser bis zum absoluten Tiefstand sechs Stunden später. Ein Streifzug bei Niedrigwasser führt über Queller- und Salzgrasflächen, von denen Winkerkrabben „grüßen”, über trockengefallene Sandbänke, in deren Tiefe sich Muscheln und Schnecken zurückgezogen haben, und durch Priele und Senken mit stehendem Wasser, wo es von Grundeln und Garnelen, Steinkrebsen und Strandkrabben wimmelt. Im Winter lassen sich von den Deichen der Salinen Stelzvögel, Störche, Kormorane, Kraniche, Reiher, Flamingos, Löffler und viele andere Wasservögel beobachten, die hier ihr Winterquartier aufsuchen.

Klima und Ausdehnung, geringe Schadstoffbelastung und ständiger Austausch des Wassers durch die Gezeiten machen die Ria Formosa zu einem in dieser Form einzigartigen Lebensraum von unschätzbarem ökologischem Wert.

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